Ein Rind im Stall.

Tiergesundheit im Milchviehbetrieb

Vortrag im ASA Roth-Schwabach

Am Mittwoch, den 29. März, lud der ASA Roth-Schwabach zu einem Vortragsabend zum Thema „Tiergesundheit im Milchviehbetrieb: Präventionskonzepte für die Praxis“ ein.

Einleitend erzählte Referent Dr. Gregor Sigl von einem sich im Bau befindlichen Milchviehbetrieb in Qatar mit elftausend Milchkühen. Dort werden zur Produktion von einem Liter Milch 3500 Liter Wasser benötigt. Hier sieht man wieder, dass der Milch Produktionsstandort Deutschland deutlich effizienter und umweltschonender produzieren kann und deshalb dringend erhalten werden muss.

In Quatar benötigt die Produktion von 1 Liter Milch 3500 Liter Wasser. Das ist ein Statement für den effizienten Produktionsstandort Deutschland.

Dr. Gregor Sigl, Manager Landwirtschaftliche Fachberatung Rind Süd,
Intervet Deutschland GmbH

Rund 20 Teilnehmende lauschten den Ausführungen von Dr. Gregor Sigl, Manager Landwirtschaftliche Fachberatung Rind Süd der Intervet Deutschland GmbH. Er betonte, dass es sehr wichtig ist, zur Erhebung des Status quo auf dem Betrieb die Krankheitsprävalenzen zu erfassen und auszuwerten. Gerade bei Kälbern treten vor allem Durchfall- und Atemwegserkrankungen in den ersten Lebenswochen auf.

Da stellt sich die Frage, weshalb Kälber überhaupt krank werden. Dies wird stark beeinflusst durch die Immunität, die Immunisierung und den Infektionsdruck. Dr. Sigl erläuterte verschiedene Möglichkeiten, die Immunität der Kälber und Kühe zu stärken und sensibilisierte für die Haltung und das Management. Ausführlich wurden das Kolostrummanagement sowie die Ad libitum Tränke erläutert, wo auch rege Nachfragen aus dem Publikum kamen, wie eine Ad libitum Tränke auf dem eigenen Betrieb etabliert werden kann.

Kurz informiert:

Ad libitum Tränke: In den ersten drei Lebenswochen bekommt das Kalb leicht angesäuerte Milch zur freien Aufnahme (ad libitum). Mit Beginn der vierten Lebenswoche wird das Kalb dann auf nur noch zwei Milchportionen umgestellt, die Milchmenge langsam aber kontinuierlich reduziert. Ziel ist, dass die Kälber die Milchmenge langsam und selbstständig an ihre sich ändernden Bedürfnisse anpassen, ohne dass sie Durchfall bekommen. Damit kommt es dem artgerechten Tränkeverhalten der Kälber sehr nahe.

Kolostrumversorgung: Die Biestmilch (Colostrum, Kolostrum, Erstmilch) ist die Milch einer Kuh, die gerade ihr Kalb zur Welt gebracht hat, sprich gekalbt hat. Die Biestmilch wird von der Kuh nur in den ersten 72 Stunden nach der Geburt bereitgestellt. Die Biestmilch unterscheidet sich von einer normalen Milch in den Inhaltsstoffen. Die Muttermilch wird in den ersten Stunden zum Schutz des neugeborenen Kalbs vor Erkrankungen, zur Vorbeugung vor gefährlichen Krankheiten sowie zur Stärkung des Immunsystems gebildet. Die Inhaltsstoffe des Colostrums kommen in Ihrer Konzentration in der Natur nur einmalig vor. Im Kolostrum sind Proteine, Fette, Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralien enthalten, die für das neugeborene Kalb überlebensnotwendig sind.

Ad libitum Tränken stärken die Immunität der Kälber.

Dr. Gregor Sigl, Manager Landwirtschaftliche Fachberatung Rind Süd,
Intervet Deutschland GmbH

Untermalt wurde der Vortrag auch mit vielen Praxisbeispielen und Bildern von Betrieben, auf denen Dr. Sigl bisher gearbeitet hat und einiges an Erfahrung mitnehmen konnte. Letztendlich konnte jede und jeder Teilnehmende den ein oder anderen Tipp für den eigenen Betrieb mitnehmen.

Der Abend wurde mit Speis und Trank sowie regem fachlichem Austausch unter den Teilnehmenden beschlossen.

Agrarsozialer Arbeitskreis der ELJ

Im ASA haben ELJ Aktive aus ganz Bayern die Zukunft der Landwirtschaft im Blick.

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