Anfang September vertraten wir eure Interessen beim 4. Jugendpolitischen Forum des Bundeslandwirtschaftsministeriums in Berlin.
Dabei ging es nicht nur ums Netzwerken oder Speis und Trank auf Staatskosten, sondern wir konnten unsere Perspektiven erweitern, Einblicke in die Politik auf Bundes- und EU-Ebene gewinnen und uns aktiv in die Agrarpolitik einbringen.
Gemeinsam mit Vertreter:innen diverser anderer Jugendverbände, darunter unter anderem die KLJB, das Junge Bioland e.V., der Verband der Privatwaldbesitzer und der Bundesverband der Baumschulen sowie Vertreter:innen des BDL und der Young Fishermen, wurde ein Positionspapier erarbeitet und Herrn Staatssekretär Schick übergeben.
Die ganze Bundeshauptstadt ist eine Baustelle, so auch das BMLEH. Den Eingang zu finden, gestaltete sich etwas schwieriger als erwartet. Nach einem Begrüßungssnack war Zeit für den persönlichen und fachlichen Austausch und Bundesminister Alois Rainer wandte einige Worte an die anwesenden Jugendvertreter:innen. Hier war nicht nur die Neuverhandlung der GAP, sondern auch die allgemeine Streitkultur Thema. Er warb für eine gute Streitkultur und lobte den sachlichen Diskurs.
Weiter gings mit Impulsen der Jugenddelegierten der Deutschen Delegation bei den Vereinten Nationen und Katharina Schobersberger von der CEJA.
Anschließend fand ein thematisches Speeddating zu den Workshops des zweiten Tags statt. Dabei konnten wir uns intensiv mit den anderen austauschen und lernten viele neue Lebensrealitäten und Perspektiven kennen.

Um den politischen Rahmen auf die Spitze zu treiben, richtete auch Kerstin Rosenov aus der EU-Kommission einige Worte an uns. Unter anderem zum Sachstand der Neuverhandlung der GAP und der Möglichkeiten der Neuverteilung der Mittel. Die Kommission schlägt eine Junglandwirteförderung von 6 % vor, die bei den Mitgliedsstaaten nicht auf breite Zustimmung stößt, so müssten die älteren Landwirte auf einen Teil der Förderungen verzichten.
Weiter ging es in vier Workshops, in denen verschiedene Themen bearbeitet und Forderungen an das Ministerium ausgearbeitet wurden.
Unsere gemeinsamen Forderungen im Überblick:
Thema: Generationswechsel
- Ein attraktives Beratungsangebot, das verpflichtend an Fördermittel gekoppelt ist
- Verpflichtende 6 % Junglandwirteförderung in der GAP
- Gleiche Wettbewerbsbedingungen im europäischen Binnenmarkt
- Bürokratieabbau durch aktives Überprüfen von bestehenden Verordnungen und Gesetzen
Thema: Heimische Sorten und Nutztierrassen
- Investitionen in die dauerhafte Förderung des Managements von Wertschöpfungsketten rund um heimische Sorten und Nutztierrassen
- Erlebbarmachen regionaltypischer Landwirtschaft und Ernährung für Kinder
- Explizite Benennung heimischer Sorten und Nutztierrassen, um mehr Sichtbarkeit zu generieren
Thema: Proteine
- Förderung des Anbaus aller Proteinquellen
- Unterstützung des Anbaus heimischer Proteine zur Stärkung der Resilienz der Agrar- und Ernährungswirtschaft
- Förderung von Fruchtfolgen mit Leguminosen in der GAP
- Aufnehmen einer Informationskampagne zu heimischen Proteinen, deren Anbaumöglichkeiten und Chancen
Thema: Alternative Antriebe
- Aufsetzung eines gezielten Förderprogramms zur Elektrifizierung des hofnahen Verkehrs in Kombination mit Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern und Ladeinfrastruktur
- Einrichtung von Beratungsangeboten im Bereich der alternativen Antriebe
- Förderung der Forschung und Entwicklung von alternativen Antriebstechnologien spezifisch für die Land- und Forstwirtschaft
- Aufnehmen einer Aufklärungskampagne zu alternativen Antriebsformen
Nachdem in einigen Diskussionsrunden die Zeit das Ende setzte, wurde die Forderung laut, solche Beteiligungsformate auszubauen und regelmäßiger und öfter stattfinden zu lassen. Insgesamt muss man der Veranstaltung dennoch Lob aussprechen, denn Jugendbeteiligung lässt auch auf Bundesebene zu wünschen übrig. Das Jungendpolitische Forum des BMLEH ist immerhin ein Format, das Potenzial hat und gleichzeitig zeigt, dass Jugendliche sehr wohl großes Interesse am politischen Geschehen haben.
Diesen Artikel schrieb für dich

Paul Opitsch
Beisitzer im ELJ-Landesvorstand für den Bezirksverband Mittelfranken